Ein bestehendes kleines oder mittleres Unternehmen (KMU) zu kaufen, kann eine interessante Möglichkeit sein, sich in der Schweiz selbstständig zu machen oder die eigene unternehmerische Tätigkeit auszubauen. Im Gegensatz zu einer Neugründung übernimmt man dabei einen bereits bestehenden Betrieb mit vorhandenen Kunden, Mitarbeitenden, Geschäftsbeziehungen und betrieblichen Strukturen.
Allerdings ist der Kauf eines KMU mit wichtigen Entscheidungen und finanziellen Verpflichtungen verbunden. Nicht jedes Unternehmen, das auf den ersten Blick attraktiv erscheint, bietet auch langfristig gute wirtschaftliche Perspektiven. Deshalb sollten Kaufinteressenten den Betrieb gründlich prüfen, bevor sie eine verbindliche Entscheidung treffen.
Von der finanziellen Situation über die Kundenstruktur bis hin zu rechtlichen Verpflichtungen und zukünftigen Investitionen gibt es zahlreiche Faktoren, die berücksichtigt werden müssen. Eine sorgfältige Vorbereitung hilft dabei, Risiken zu erkennen und den tatsächlichen Wert eines Unternehmens besser einzuschätzen.
- Die eigenen Kaufziele klar definieren
Bevor Sie mit der Suche nach einem geeigneten Unternehmen beginnen, sollten Sie Ihre persönlichen und wirtschaftlichen Ziele festlegen. Dadurch lässt sich die Auswahl möglicher Firmen gezielter gestalten.
Welche Branche kommt infrage?
Überlegen Sie zunächst, in welcher Branche Sie tätig werden möchten. Ein Unternehmen sollte möglichst zu Ihren beruflichen Erfahrungen, Interessen und Fähigkeiten passen.
Beispielsweise können folgende Bereiche infrage kommen:
- Handwerk und Baugewerbe
- Handel und Einzelhandel
- Gastronomie und Lebensmittel
- IT und digitale Dienstleistungen
- Beratung und Unternehmensdienstleistungen
- Produktion und Industrie
- Transport und Logistik
Branchenerfahrung ist nicht in jedem Fall zwingend erforderlich. Allerdings sollten Sie bereit sein, sich intensiv mit den Besonderheiten des jeweiligen Geschäftsfeldes auseinanderzusetzen.
Welche Unternehmensgrösse ist geeignet?
Auch die Grösse des Betriebs spielt eine wichtige Rolle. Ein kleines Unternehmen kann überschaubare Strukturen und geringere organisatorische Anforderungen bieten. Ein grösseres KMU verfügt möglicherweise über mehr Mitarbeitende, umfangreichere Kundenbeziehungen und komplexere Geschäftsprozesse.
Entscheidend ist, dass die Unternehmensgrösse zu Ihren finanziellen Möglichkeiten und Ihren Fähigkeiten als zukünftiger Eigentümer passt. Die Firmenbörse Schweiz bringt Unternehmer, Verkäufer und potenzielle Käufer zusammen.
Welche Ziele verfolgen Sie langfristig?
Möchten Sie einen bestehenden Betrieb stabil weiterführen oder das Unternehmen aktiv ausbauen? Planen Sie, selbst operativ mitzuarbeiten, oder möchten Sie vor allem die strategische Führung übernehmen?
Ihre Antworten beeinflussen, welche Art von Unternehmen für Sie geeignet ist.
- Die finanzielle Situation des Unternehmens überprüfen
Die wirtschaftliche Prüfung gehört zu den wichtigsten Schritten beim KMU-Kauf. Ein Unternehmen kann einen hohen Umsatz erzielen und trotzdem finanzielle Schwierigkeiten haben.
Deshalb sollten Sie nicht nur einzelne Kennzahlen betrachten, sondern die gesamte finanzielle Entwicklung analysieren.
Jahresabschlüsse und Erfolgsrechnungen prüfen
Lassen Sie sich die Jahresabschlüsse der vergangenen Geschäftsjahre vorlegen. Diese zeigen, wie sich Umsatz, Kosten, Gewinn und Vermögen entwickelt haben.
Achten Sie insbesondere auf:
- Umsatzentwicklung
- Betriebsergebnis
- Jahresgewinn oder Jahresverlust
- Personalkosten
- Miet- und Betriebskosten
- Finanzverbindlichkeiten
- Liquidität
- Ausserordentliche Erträge und Aufwendungen
Ein Vergleich mehrerer Geschäftsjahre hilft dabei, langfristige Entwicklungen von kurzfristigen Schwankungen zu unterscheiden.
Liquidität und Zahlungsfähigkeit beurteilen
Ein Unternehmen benötigt ausreichend liquide Mittel, um laufende Rechnungen, Löhne und andere Verpflichtungen bezahlen zu können.
Prüfen Sie deshalb, ob der Betrieb über eine stabile Liquidität verfügt und ob es regelmässig zu Zahlungsschwierigkeiten kommt.
Auch offene Kundenforderungen und deren tatsächliche Einbringlichkeit sollten berücksichtigt werden.
Versteckte Kosten erkennen
Neben den ausgewiesenen Ausgaben können zusätzliche finanzielle Belastungen bestehen. Dazu gehören beispielsweise notwendige Reparaturen, ausstehende Zahlungen, laufende Rechtsstreitigkeiten oder geplante Investitionen.
Eine vollständige finanzielle Prüfung hilft, solche Verpflichtungen rechtzeitig zu erkennen.
- Den tatsächlichen Unternehmenswert ermitteln
Der verlangte Kaufpreis sollte nachvollziehbar sein und zur wirtschaftlichen Situation des Unternehmens passen. Eine realistische Bewertung verhindert, dass Sie für einen Betrieb mehr bezahlen, als seine wirtschaftlichen Perspektiven rechtfertigen.
Materielle Vermögenswerte berücksichtigen
Zu den materiellen Vermögenswerten gehören beispielsweise:
- Maschinen und Produktionsanlagen
- Fahrzeuge
- Büroausstattung
- Lagerbestände
- Immobilien
- Technische Einrichtungen
Dabei sollte nicht nur der ursprüngliche Anschaffungspreis betrachtet werden. Entscheidend sind auch der aktuelle Zustand, das Alter und der tatsächliche Marktwert.
Immaterielle Werte einschätzen
Neben den materiellen Vermögenswerten können immaterielle Faktoren einen erheblichen Einfluss auf den Unternehmenswert haben.
Dazu zählen unter anderem die Bekanntheit der Marke, bestehende Kundenbeziehungen, eingespielte Geschäftsprozesse, Patente und besondere Fachkenntnisse.
Solche Werte sollten realistisch beurteilt werden, da sie nicht immer unmittelbar aus der Bilanz hervorgehen.
Professionelle Unternehmensbewertung durchführen lassen
Je nach Unternehmensart und Ausgangslage können unterschiedliche Bewertungsmethoden verwendet werden. Dazu gehören beispielsweise das Ertragswertverfahren, das Substanzwertverfahren und marktbezogene Vergleichsverfahren.
Ein unabhängiger Experte kann helfen, die passende Methode auszuwählen und eine nachvollziehbare Bewertung zu erstellen.
- Kundenstruktur und Marktposition analysieren
Ein etablierter Kundenstamm kann ein wichtiger Vorteil beim Kauf eines KMU sein. Allerdings sollten Sie genau prüfen, wie stabil diese Geschäftsbeziehungen tatsächlich sind.
Abhängigkeit von einzelnen Kunden erkennen
Wenn ein grosser Teil des Umsatzes durch einen einzigen Kunden entsteht, kann dies ein erhebliches Risiko darstellen.
Verliert das Unternehmen diesen Kunden nach der Übernahme, können die Einnahmen deutlich zurückgehen.
Prüfen Sie deshalb, wie sich der Umsatz auf verschiedene Kunden verteilt und wie langfristig die bestehenden Geschäftsbeziehungen voraussichtlich sind.
Wettbewerb und Marktumfeld untersuchen
Informieren Sie sich über die wichtigsten Wettbewerber und die aktuelle Position des Unternehmens im Markt.
Dabei sollten Sie folgende Fragen berücksichtigen:
- Welche Unternehmen bieten ähnliche Produkte oder Dienstleistungen an?
- Wie unterscheidet sich der Betrieb von seinen Wettbewerbern?
- Wie entwickelt sich die Nachfrage?
- Gibt es neue gesetzliche oder technische Anforderungen?
- Welche Chancen und Risiken bestehen in der Branche?
Eine gute Marktposition kann die weitere Entwicklung erleichtern. Sie sollte jedoch durch nachvollziehbare Informationen und nicht nur durch Aussagen des Verkäufers belegt werden.
- Mitarbeitende und betriebliche Strukturen kennenlernen
Die Mitarbeitenden sind für viele KMU ein entscheidender Erfolgsfaktor. Ihr Fachwissen, ihre Erfahrung und ihre Kundenkontakte können wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen.
Qualifikationen und Verantwortlichkeiten prüfen
Informieren Sie sich darüber, welche Aufgaben die einzelnen Mitarbeitenden übernehmen und welche Qualifikationen vorhanden sind.
Besonders wichtig sind Schlüsselpersonen, deren Wissen für den laufenden Betrieb unverzichtbar ist.
Wenn solche Mitarbeitenden das Unternehmen nach der Übernahme verlassen, kann dies die Geschäftstätigkeit erheblich beeinträchtigen.
Arbeitsverträge und Personalverpflichtungen prüfen
Lassen Sie bestehende Arbeitsverträge, Lohnvereinbarungen und weitere Personalverpflichtungen prüfen.
Bei einer Unternehmensübertragung können arbeitsrechtliche Bestimmungen relevant sein. In der Schweiz ist insbesondere Artikel 333 des Obligationenrechts bei einem Betriebsübergang zu beachten.
Klären Sie deshalb rechtzeitig, welche Rechte und Pflichten auf den neuen Eigentümer übergehen können.
Unternehmenskultur verstehen
Neben den fachlichen Kompetenzen spielt auch die Zusammenarbeit im Betrieb eine wichtige Rolle.
Beobachten Sie, wie die Mitarbeitenden miteinander kommunizieren, wie Entscheidungen getroffen werden und welche Führungsstrukturen bestehen.
Eine passende Unternehmenskultur kann die Integration des neuen Eigentümers erleichtern.
- Rechtliche Situation und bestehende Verträge kontrollieren
Vor dem Kauf sollten sämtliche relevanten rechtlichen Aspekte geprüft werden. Dazu gehören die Unternehmensstruktur, bestehende Verpflichtungen und mögliche rechtliche Risiken.
Gesellschaftsform und Eigentumsverhältnisse prüfen
Informieren Sie sich darüber, ob es sich beispielsweise um eine Einzelfirma, eine GmbH oder eine Aktiengesellschaft handelt.
Prüfen Sie auch, wer Eigentümer ist und ob weitere Personen oder Gesellschaften an der Firma beteiligt sind.
Bei einem Kauf von Gesellschaftsanteilen sollten insbesondere die bestehenden Eigentumsverhältnisse und mögliche Zustimmungserfordernisse geklärt werden.
Verträge und Verpflichtungen untersuchen
Ein KMU verfügt häufig über zahlreiche laufende Verträge. Dazu gehören:
- Miet- und Pachtverträge
- Lieferantenvereinbarungen
- Kundenverträge
- Leasingverträge
- Darlehensvereinbarungen
- Versicherungsverträge
- Lizenz- und Nutzungsvereinbarungen
Nicht jeder Vertrag kann automatisch oder ohne Zustimmung des Vertragspartners übertragen werden. Deshalb sollten die jeweiligen Bedingungen vor dem Kauf geprüft werden.
Rechtliche Risiken erkennen
Untersuchen Sie, ob laufende Gerichtsverfahren, offene Forderungen, behördliche Auflagen oder andere rechtliche Streitigkeiten bestehen.
Auch Fragen zu Bewilligungen, Datenschutz, Markenrechten und branchenspezifischen Vorschriften können relevant sein.
Eine rechtliche Prüfung durch eine qualifizierte Fachperson ist daher sinnvoll.
- Den Standort und die Infrastruktur bewerten
Der Standort kann für den Erfolg eines Unternehmens entscheidend sein. Besonders bei Handelsbetrieben, Gastronomie, Handwerk und Dienstleistungen spielt die geografische Lage häufig eine wichtige Rolle.
Erreichbarkeit und regionale Nachfrage
Prüfen Sie, ob der Standort für Kunden, Mitarbeitende und Lieferanten gut erreichbar ist.
Auch die regionale Nachfrage sollte berücksichtigt werden. Ein Unternehmen kann in einer bestimmten Region erfolgreich sein, während ein ähnliches Geschäftsmodell an einem anderen Standort weniger Potenzial bietet.
Mietverträge und Immobilien prüfen
Wenn der Betrieb gemietete Geschäftsräume nutzt, sollten Sie die Mietbedingungen genau untersuchen.
Achten Sie auf die Laufzeit, Kündigungsfristen, Mietkosten und mögliche Anpassungen. Klären Sie ausserdem, ob der Vermieter einem Wechsel des Mieters oder einer Übertragung des Mietverhältnisses zustimmen muss.
Bei firmeneigenen Immobilien sind Zustand, Unterhalt, Nutzungsmöglichkeiten und allfällige Belastungen zu berücksichtigen.
Maschinen und technische Ausstattung kontrollieren
Bei Produktions- und Handwerksbetrieben sind Maschinen und technische Anlagen häufig besonders wichtig.
Prüfen Sie deren Zustand, Wartungshistorie, Alter und mögliche Ersatzinvestitionen. Veraltete Anlagen können nach der Übernahme erhebliche zusätzliche Kosten verursachen.
- Zukünftige Investitionen und Entwicklungsmöglichkeiten einschätzen
Ein Unternehmen sollte nicht nur anhand seiner bisherigen Geschäftsergebnisse beurteilt werden. Ebenso wichtig ist die Frage, wie sich der Betrieb unter neuer Führung entwickeln kann.
Modernisierungsbedarf berücksichtigen
Möglicherweise müssen Maschinen ersetzt, Geschäftsräume renoviert oder digitale Systeme modernisiert werden.
Solche Investitionen sollten bereits vor der Kaufentscheidung in die Finanzplanung aufgenommen werden.
Wachstumspotenziale untersuchen
Prüfen Sie, ob das Unternehmen neue Kundengruppen erreichen, zusätzliche Dienstleistungen anbieten oder weitere Regionen erschliessen kann.
Auch eine verbesserte Digitalisierung oder effizientere Arbeitsabläufe können Entwicklungsmöglichkeiten bieten.
Risiken der zukünftigen Marktentwicklung erkennen
Nicht jede Branche bietet dieselben langfristigen Perspektiven. Veränderungen im Kundenverhalten, neue Technologien oder steigende Kosten können bestehende Geschäftsmodelle beeinflussen.
Eine realistische Einschätzung dieser Faktoren ist wichtig, um den zukünftigen Kapitalbedarf und mögliche Ertragsentwicklungen besser zu verstehen.
- Die Finanzierung des KMU-Kaufs planen
Eine solide Finanzierung ist eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmensübernahme. Neben dem Kaufpreis müssen auch die laufenden Betriebskosten und mögliche Investitionen berücksichtigt werden.
Eigenkapital und Fremdfinanzierung kombinieren
Käufer finanzieren eine Übernahme häufig durch eine Kombination aus Eigenmitteln und Fremdkapital.
Je nach Situation können Bankdarlehen, Verkäuferdarlehen oder weitere Finanzierungsmöglichkeiten infrage kommen.
Welche Lösung geeignet ist, hängt von der finanziellen Ausgangslage, der Unternehmensbewertung und den Bedingungen der Finanzierungspartner ab.
Ausreichende Liquiditätsreserve einplanen
Nach der Übernahme können unerwartete Ausgaben entstehen. Deshalb sollte nicht das gesamte verfügbare Kapital für den Kaufpreis verwendet werden.
Eine ausreichende Liquiditätsreserve hilft dabei, laufende Verpflichtungen zu erfüllen und kurzfristige finanzielle Engpässe zu vermeiden.
Finanzierung frühzeitig abstimmen
Sprechen Sie möglichst früh mit Banken oder anderen Finanzierungspartnern. Diese benötigen häufig detaillierte Informationen über das Unternehmen, die geplante Transaktion und Ihre persönliche Finanzierungsstruktur.
Eine frühzeitige Vorbereitung kann spätere Verzögerungen reduzieren.
- Die Due Diligence sorgfältig durchführen
Die Due Diligence ist die umfassende Prüfung eines Unternehmens vor dem Kauf. Sie dient dazu, die Angaben des Verkäufers zu überprüfen und mögliche Risiken aufzudecken.
Dabei werden verschiedene Unternehmensbereiche untersucht.
Finanzielle Due Diligence
Hier stehen die Jahresabschlüsse, Ertragslage, Liquidität, Verbindlichkeiten und zukünftigen Finanzprognosen im Mittelpunkt.
Ziel ist es, die tatsächliche wirtschaftliche Situation des Betriebs zu verstehen.
Rechtliche Due Diligence
Bei der rechtlichen Prüfung werden Verträge, Eigentumsverhältnisse, Verpflichtungen und mögliche Rechtsstreitigkeiten untersucht.
Dabei können auch arbeitsrechtliche und regulatorische Fragen eine Rolle spielen.
Operative Due Diligence
Diese Prüfung konzentriert sich auf den laufenden Geschäftsbetrieb. Untersucht werden unter anderem Produktionsprozesse, Lieferketten, technische Ausstattung, Personalstruktur und betriebliche Abläufe.
Die Ergebnisse helfen dabei, den tatsächlichen Zustand des Unternehmens besser einzuschätzen.
- Share Deal oder Asset Deal verstehen
Beim Kauf eines Unternehmens in der Schweiz ist auch die Art der Übertragung wichtig. Grundsätzlich kommen insbesondere zwei Varianten infrage.
Share Deal
Bei einem Share Deal erwerben Sie Gesellschaftsanteile, beispielsweise Aktien einer AG oder Stammanteile einer GmbH.
Die Gesellschaft bleibt als juristische Person bestehen. Ihre Vermögenswerte, Verträge und Verpflichtungen verbleiben grundsätzlich bei ihr.
Deshalb ist eine gründliche Prüfung möglicher bestehender Risiken besonders wichtig.
Asset Deal
Bei einem Asset Deal werden bestimmte Vermögenswerte und gegebenenfalls weitere betriebliche Bestandteile übernommen.
Der genaue Umfang der Übertragung wird vertraglich festgelegt. Je nach Vertragsart und Vermögenswert können zusätzliche Zustimmungen oder gesetzliche Vorgaben erforderlich sein.
Welche Variante sinnvoll ist, sollte anhand der konkreten Unternehmenssituation gemeinsam mit rechtlichen und steuerlichen Fachpersonen beurteilt werden.
- Kaufvertrag und Übergabe professionell vorbereiten
Wenn die Prüfungen abgeschlossen sind und beide Seiten eine Einigung erzielen, beginnt die Vorbereitung des endgültigen Vertrags und der Übergabe.
Kaufvertrag eindeutig formulieren
Der Vertrag sollte sämtliche wichtigen Bedingungen der Transaktion enthalten.
Dazu gehören insbesondere:
- Kaufpreis und Zahlungsbedingungen
- Umfang der Übertragung
- Zeitpunkt des Eigentümerwechsels
- Gewährleistungen und Haftungsregelungen
- Umgang mit bestehenden Verpflichtungen
- Bedingungen für den Vertragsabschluss
- Vereinbarungen zur Übergangsphase
Eine juristische Prüfung ist empfehlenswert, damit die Interessen beider Parteien angemessen berücksichtigt werden.
Wissenstransfer organisieren
Nach dem Kauf muss der neue Eigentümer mit den wichtigsten Abläufen vertraut werden.
Der bisherige Inhaber kann während einer vereinbarten Übergangsphase unterstützen und sein Wissen über Kunden, Lieferanten und interne Prozesse weitergeben.
Mitarbeitende und Kunden informieren
Ein Eigentümerwechsel sollte sorgfältig kommuniziert werden. Mitarbeitende benötigen Klarheit über ihre zukünftigen Aufgaben und Verantwortlichkeiten.
Auch wichtige Kunden und Geschäftspartner sollten zum geeigneten Zeitpunkt über die neue Unternehmensführung informiert werden.
- Die passende Firma in der Schweiz finden
Die Suche nach einem geeigneten KMU kann über persönliche Netzwerke, Unternehmensberater und spezialisierte Firmenbörsen erfolgen.
Eine Firmenbörse Schweiz bietet Kaufinteressenten die Möglichkeit, verschiedene Verkaufsangebote zu entdecken und nach passenden Unternehmen zu suchen.
Dabei können unter anderem Branche, Standort, Unternehmensgrösse und weitere Kriterien berücksichtigt werden.
Für eine erfolgreiche Suche empfiehlt es sich, ein klares Anforderungsprofil zu erstellen und nur solche Angebote näher zu prüfen, die zu den eigenen finanziellen und unternehmerischen Zielen passen.
Wichtig ist jedoch, dass ein Inserat keine vollständige Unternehmensprüfung ersetzt. Alle relevanten Angaben sollten vor einer Kaufentscheidung anhand geeigneter Unterlagen überprüft werden.
Fazit
Ein KMU in der Schweiz zu kaufen, bietet die Möglichkeit, einen bestehenden Betrieb zu übernehmen und auf vorhandenen Geschäftsstrukturen aufzubauen. Damit die Übernahme langfristig erfolgreich sein kann, sollten Kaufinteressenten jedoch weit mehr als nur den Kaufpreis berücksichtigen.
Besonders wichtig sind eine gründliche Analyse der finanziellen Situation, eine realistische Unternehmensbewertung, die Prüfung bestehender Verträge und eine sorgfältige Einschätzung der zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten. Auch Mitarbeitende, Kundenbeziehungen und betriebliche Abläufe können entscheidend für den Erfolg der Übernahme sein.
Eine strukturierte Due Diligence und professionelle rechtliche sowie steuerliche Beratung helfen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen. Wer seine Kaufentscheidung auf nachvollziehbare Informationen und eine solide Finanzplanung stützt, schafft eine gute Grundlage für die erfolgreiche Übernahme und Weiterentwicklung eines Schweizer KMU.
